Hagelschaden PV: Kontrolle & Gutachten vom Experten
Hagelschaden an der PV-Anlage: So kontrollieren und sichern Sie richtig
Starker Hagel kann Photovoltaik-Module (PV-Module) beschädigen – auch wenn sie äusserlich unversehrt wirken. Wir bauen und unterhalten seit 2009 Photovoltaikanlagen und Energiesysteme. Mit unserer Erfahrung und den nötigen Messgeräten unterstützen wir Sie bei der Kontrolle nach einem Hagelereignis kompetent und umfassend.
Warum eine Überprüfung nach Hagel wichtig ist
Ein optisch einwandfreies Solarmodul kann trotzdem durch Hagel beschädigt sein. Mikrorisse in den Solarzellen sind mit blossem Auge nicht erkennbar. Deshalb empfehlen wir auch bei scheinbar intakten Modulen Stichproben.
Für eine genaue Überprüfung nutzen wir die Elektrolumineszenz-Prüfung (EL-Prüfung): Die Solarzellen werden dabei elektrisch angeregt und mit einer speziellen Kamera aufgenommen. So werden Zellschäden und Mikrorisse sichtbar, die bei einer normalen Sichtkontrolle verborgen bleiben.
Unser PV-Hagelcheck: Diese Kontrollen bieten wir an
Je nach Situation stellen wir die passende Prüfung für Ihren Hagelschaden PV individuell zusammen:
- Elektrische Kontrolle von Isolationswiderständen und Kennlinie (der elektrischen Leistungskurve eines Moduls)
- Sichtkontrolle per Drohne oder Dachbegehung
- Kontrolle von Modulen, Verkabelung und weiteren Anlageteilen
- Elektrolumineszenz-Prüfung zur Erkennung nicht sichtbarer Zellschäden, besonders bei Teilschäden oder Extremereignissen
- Prüfdokumentation mit Auswertung als Grundlage für die weitere Schadensabwicklung
So gehen Sie nach einem Hagelereignis vor
Nach jedem extremen Wetterereignis lohnt sich eine optische Kontrolle der Anlage. Diese können Sie meistens selbst durchführen. Bei Bedarf unterstützen wir Sie in allen weiteren Schritten – nur die Schadensmeldung übernehmen wir nicht.
Schritt für Schritt zur Schadensabwicklung
- Sichtkontrolle: Prüfen Sie PV-Module und die unmittelbare Umgebung (Fassaden, Lamellenstoren, Ziegel, Autos) auf sichtbare Schäden.
- Anlage sichern: Schalten Sie Anlagenteile mit optisch defekten Modulen (Splitter, Glasbruch) aus. Bei Unsicherheit sollten Sie frühzeitig Spezialisten für die Kontrolle der Isolationswiderstände beiziehen.
- Versicherung informieren: Melden Sie den Schaden Ihrer Gebäudeversicherung und klären Sie das weitere Vorgehen sowie die geforderten Beweise ab.
- Schadensanalyse: Lassen Sie die Analyse durch eine Fachfirma gemäss Vorgaben der Gebäudeversicherung durchführen. Unsichtbare Schäden an gebrochenen Zellen lassen sich nur per Elektrolumineszenz-Messung aufdecken.
- Instandstellung: Ein qualifizierter Fachbetrieb übernimmt den Teil- oder Komplettersatz der betroffenen Komponenten.
Wichtig im Zusammenhang mit der Versicherung
Ob und in welchem Umfang eine Prüfung, ein Schaden oder eine Reparatur übernommen wird, hängt vom Schadensausmass ab. Melden Sie einen möglichen Hagelschaden deshalb frühzeitig Ihrer Versicherung und stimmen Sie das weitere Vorgehen ab. Folgekosten lassen sich meist noch bis zu zwei Jahre lang nachträglich einreichen.
Elektrolumineszenz-Prüfung im Detail
Bei der Elektrolumineszenz-Methode emittieren die Module schwaches Licht im unteren Infrarotbereich. Damit dieses Licht sichtbar wird, muss die Umgebung vollständig dunkel sein. Aufnahmen auf dem Dach sind deshalb nur nachts möglich. Alternativ werden die Module demontiert und in einer abgedunkelten Kammer vermessen und fotografiert.
[Bild: EL-Aufnahme mit defekten Zellen]

Hagelwiderstandsklassen von PV-Modulen
Photovoltaikmodule durchlaufen ein genormtes Prüfverfahren nach IEC (internationale Elektrotechnik-Norm), bei dem sie mit Eiskugeln beschossen werden. Die Klasse HW3 entspricht einem Hagelkorn mit 3 cm Durchmesser, das mit 86 km/h auftrifft – das ist heute die minimale Anforderung an ein PV-Modul. Solidere Module erreichen HW4 (4 cm) oder das seltenere HW5 (5 cm).
Bleiben Module nach dem Test optisch und elektrisch intakt, erhalten sie einen Eintrag im schweizerischen Hagelregister. Fehlt dieser Eintrag, hat ein Modul keine offizielle Klassifizierung und lässt sich in der Regel nicht versichern. Eine Ausnahme gilt, wenn der Hersteller nach demselben Verfahren geprüft und zertifiziert hat. International werden PV-Module meist nur mit 25-mm-Eiskugeln getestet – schwächer als der Schweizer Standard.
Extreme Wetterereignisse halten sich jedoch nicht an Normwerte: Hagel kann unförmiger, schneller oder grösser sein, als es der Hersteller erwartet hat.
Vermuten Sie einen Hagelschaden an Ihrer PV-Anlage? Kontaktieren Sie uns für eine fachgerechte Kontrolle und Prüfdokumentation.



